viele Fans
Vielfalt-Projekt findet viele Fans
von SZ-Redakteur Frank Kohler
Saarbrücker Zeitung, Regionalredaktion Mitte
Aktion zu Einwanderung und Auswanderung erreicht immer mehr junge Saarbrücker
Was
führte Menschen hierher? Und welche Träume, welches Weltbild, welches
kulturelle Erbe brachten sie mit? "Startpunkt - Zielpunkt -
Saarbrücken" schickt immer mehr junge Leute auf eine Spurensuche.
Saarbrücken.
Azubis? Machen mit. Gymnasiasten und Realschüler? Auch. Und Messdiener.
Und Muslime. Malstatter und Alt-Saarbrücker. Einwanderer und
Alteingesessene. Diese Vielfalt ist Heiner Buchen wichtig. Er zieht in
seinem Büro auf der Folsterhöhe Zwischenbilanz. Sie gilt dem von ihm
geleiteten Projekt "Startpunkt - Zielpunkt - Saarbrücken",
einem Gemeinschaftswerk, das von Woche zu Woche mehr Menschen erreicht.
Und das eine Vielfalt von Ideen bündelt, um dem großen Thema
Einwanderung nach Saarbrücken - und der Auswanderung aus der Stadt ein
Gesicht zu geben. Um die Menschen hinter den Statistiken, ihre Wünsche,
Ziele und Enttäuschungen sichtbar zu machen. Gutes Beispiel sind die
Stadtteil-Erkundungen. Messdiener aus der Malstatter Kirchengemeinde St. Paulus und Firmlinge aus St. Jakob machten
mehr als 20 Interviews mit Einwanderern aus 15 Nationen. Jugendliche
der türkisch-islamischen Gemeinde in der Hohenzollernstraße halfen den
Alt-Saarbrücker Firmlingen, bahnten Kontakte an. Nicht weniger wichtig
war für die jungen Interviewer die Zusammenarbeit mit Studenten der
Kulturgeographie.
Die bereiteten den Interview-Leitfaden vor,
waren bei den Gesprächen dabei und werden die Ergebnisse bis November
so aufbereiten, dass sie sich anschaulich präsentieren lassen. Anlass?
Buchen : "Am 14.
November ist ein Thementag im Ludwigsgymnasium. Dort setzen sich
Jugendliche aus dem 12. und 13. Schuljahr in sechs Gruppen mit dem
Themenfeld Migration und kulturelle Vielfalt auseinander."
Schon
heute wollen Buchen und sein Team neue Schüler für die Projekt-Idee
gewinnen. Sie sind bei 180 Acht- und Neuntklässlern der Willi-Graf-Schulen zu Gast. Weitere Initiativen sollen von der Gesamtschule
Bellevue, der Gesamtschule Rastbachtal, der Marienschule, dem
Otto-Hahn-Gymnasium, dem Deutsch-Französischen Gymnasium und zwei
Berufsgrundschuljahren des TG BBZ II Mügelsberg kommen, wie Buchen ergänzt.
Um
noch mehr Leute zu erreichen, ist schon am 1. Oktober ein Werbe- und
Motivationsabend im Café Exodus. "Dann wollen wir Haupt- und
Ehrenamtliche in der Jugendarbeit für das Projekt gewinnen. Die
brauchen wir einfach, um Verlässlichkeit herzustellen." Denn natürlich
müssten selbst junge und engagierte Leute hin und wieder zum
Weitermachen angespornt werden.
"Wir wollen, dass Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund etwas
gemeinsam machen. Und dass sie einander mit größerer Toleranz und
Aufmerksamkeit begegnen", sagt Buchen .
Das versteht der
Mann, der gerade so zufrieden zurück- und vorausblickt ausdrücklich als
Einladung an alle, die sich noch in den großen Kreis der Mitmacher
einklinken wollen.