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Auftaktveranstaltung

Auftaktveranstaltung am 13. März 2008 in der Aula der Willi-Graf-Schulen:

Lesen Sie hier die Presseartikel  in der SZ vom 15./16.3.2008 und im im Paulinus vom 30. März 2008


Presseartikel im Paulinus (Nummer 13) vom 30. März 2008

Foto und Artikel: Hans Georg Schneider

„Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken“
Dekanat organisiert Projekt zur Migrationsgeschichte der Landeshauptstadt

Saarbrücken – „Wer wohnt alles in Brebach?“ „Aus welchen Teilen Europas und der Welt sind die Menschen hier hergekommen?“ „Was hat sie dazu angetrieben und was machen sie jetzt?“ Antworten auf diese und weitere Fragen sucht Nina Fluhr aus Güdingen. Zusammen mit weiteren Jugendlichen aus der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Brebach will sie erforschen, wie in ihrem Saarbrücker Stadtteil die Menschen eingewandert sind. Hilfen erwartet sich Nina von einem zweijährigen Projekt des Dekanates Saarbrücken mit dem Titel „Startpunkt-Zielpunkt Saarbrücken“. Zum Auftakt dieses Unternehmens ist die Pfadfinderin aus Güdingen am 13. März in die Aula der Willi-Graf-Schulen gekommen. Rund 40 überwiegend junge Leute haben die Einladung zum Projektstart ebenfalls angenommen. Darunter Susanne Kiefer aus Altenkessel, sie studiert Kulturwissenschaft und würde gerne die Geschichten ihres Stadtbezirkes aufarbeiten. Einen Stadtplan von Saarbrücken zu erarbeiten, in dem die Geschichten der Einwanderung und Auswanderung dokumentiert wird, findet sie eine gute Idee. „Es ist ein Experiment, Jugendliche für die Geschichten der Migranten zu interessieren“, sagt Pastoralreferent Heiner Buchen, der das Projekt angeregt hat. „Jugendliche sollen zu Forschern der Geschichte werden und Zuwanderung und Auswanderung in den Blick nehmen, sagt er. Bis September 2009 soll das Projekt dauern. Auch die Landeshauptstadt hat großes Interesse signalisiert, die Anwesenheit von Bürgermeister Kajo Breuer ist ein deutliches Zeichen. „Sensibilisieren für die Themen Migration und Flucht, Zusammenbringen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und das Aufspüren von „verschiedenen Identitäten“ in Saarbrücken benennt Buchen als wichtige Ziele des Vorhabens. Bis zum 100jährigen Jubiläum der Großstadtwerdung von Saarbrücken will man das Projekt als Geburtstagsgeschenk fertig haben. Als besonders interessante Themenfelder benennt Buchen die Zeit des Nationalsozialismus, die Anwerbung der so genannten Gastarbeiter oder auch die Einwanderung der Spätaussiedler nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Um den Aktionsgruppen vor Ort bei ihren Projekten zu helfen, will man Workshops, Studientage und Projektwochen durchführen, es gibt eine Exkursion ins Einwanderungsmuseum nach Paris und es werden Befragungen von Zeitzeugen organisiert. Gesucht werden derzeit weitere Interessenten am Projekt, Dokumentationen und Archive, interessante persönliche Berichte und Menschen mit kreativen Ideen zur Präsentation der Ergebnisse, gab Buchen einen Ausblick auf die nächsten Schritte. Beim Start mit dabei war auch Marcel Wainstock von der Synagogengemeinde Saar. Nach seiner Einschätzung könnte die jüdische Gemeinde mindestens zwei Erfahrungen einbringen: einmal die Flucht und Emigration wegen der Verfolgung durch die Nazis aber auch die starke Zuwanderung von jüdischen Gemeindemitgliedern aus der ehemaligen Sowjetunion.

Kommunikation und Information organisieren und alles miteinander vernetzen, das sind für Pastoralreferent Buchen die aktuellen Aufgaben. Dafür hat man auch einen Internetauftritt vorbereitet. Unter www.start-ziel-sb.de ist alles über das Projekt zu erfahren. Interessenten wenden sich an: Pastoralreferent Heiner Buchen, Hirtenwies 12, 66117 Saarbrücken, Telefon 0681-700618, Mail info@start-ziel-sb.de



Lesen Sie hier den Presseartikel in der SZ vom 15./16.3.2008:

Saarbrücker Jugendliche

erkunden ihre Geschichte

Menschen aus 160 Nationen leben in Saarbrücken. Ihre Geschichten sind eine Fundgrube für junge Forscher. Sie können mit professioneller Anleitung von Dekanat und Stadt auf historische Spurensuche gehen.

Von SZ-Redakteur
Peter Wagner

Saarbrücken. Wo in Saarbrücken standen die Baracken, in denen ab 1955 die ersten „Gastarbeiter“ lebten? Welche Bürger wurden im Dritten Reich vertrieben oder flüchteten? Was bewog Spätaussiedler, ins Saarland zu ziehen? Wie sieht der deutsch-französische Grenzalltag aus?
Pastoralreferent Heiner Buchen hätte noch zig Themenvorschläge mehr machen können. Aber es soll am Ende den Jugendlichen selber überlassen sein, in welche Bereiche der Stadtgeschichte sie eintauchen wollen. Das Wichtigste für den Anfang ist: Es gibt einen Rahmen dafür, ein Projekt mit dem Titel „Einwanderung und Auswanderung, Vertreibung, Flucht und Exil, damals und heute“.
Die Träger sind das Dekanat Saarbrücken und die Stadt Saarbrücken, genau gesagt das Zuwanderungs- und Integrationsbüro. Das Projekt läuft bis September 2009 und versteht sich auch als Beitrag zur Mitgliedschaft Saarbrückens in der „Europäischen Städte-Koalition gegen Rassismus“ und zum Jubiläum „100 Jahre Großstadt Saarbrücken“.
Auftaktveranstaltung war am Donnerstagabend in der Aula des Willi-Graf- Gymnasiums. Bürgermeister Kajo Breuer unterstrich durch ein Grußwort den Stellenwert, den das Projekt für die Landeshauptstadt genießt.
Nil Berber, die kulturhistorische Begleiterin, kündigte ausdrücklich ein „Geschichtsprojekt mit Jugendlichen“ an, Betonung auf „mit“. Die jungen Leute, am besten ab 14 Jahre alt, sollen das gemeinsame geschichtliche Erbe der Bevölkerung sichtbar machen, sollen Migrationsgeschichten hören und aufschreiben, sollen auch lernen, wie man mit historischen Quellen umgeht. Zur Arbeit gehören unter anderem Workshops, Studientage, Projektwochen, Exkursionen (nach Paris ins Einwanderungsmuseum!) und Ortsbegehungen.
Angesprochen sind einzelne Interessierte, aber auch Gruppen, Organisationen und Klassen. Das Interesse ist dem Vernehmen nach bereits jetzt sehr groß. Die Träger bieten inhaltliche Beratung, Kontakte zu Zeitzeugen, Orientierung bei der Entwicklung von Projektanteilen, logistische und technische Hilfe.
Es ist, vereinfacht gesagt, für das Drumherum bestens gesorgt, sogar das Stadtarchiv kann aufgesucht werden.

Interessenten wenden sich an:

Heiner Buchen, Hirtenwies 12,
66117 Saarbrücken, Telefon (0681) 70 06 18.
Mail: info@start-ziel-sb.de
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