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Auf den Spuren der Einwanderer

Junge Leute auf den Spuren der Einwanderer
Saarbrücker Projekt gibt dem Thema Migration ein Gesicht

Mit welchen Hoffnungen kamen Menschen aus anderen Kulturen nach Saarbrücken? Was haben sie erlebt und geleistet? Antworten suchen jetzt Schüler und Lehrlinge, junge Christen und Muslime. Verstärkung ist willkommen.

Von SZ-Redakteur Frank Kohler (SZ vom 10.6.2008)
Alt-Saarbrücken. Die Sonne scheint auf den Rasen hinter der Kirche St. Jakob. Junge Leute sitzen beieinander: Studenten. Und junge Leute aus Einwandererfamilien, die Mitglieder der türkisch-islamischen Gemeinde sind. Und Firmlinge aus St. Jakob. Sie alle möchten einem großen Thema ein Gesicht geben: der Einwanderung , die seit Jahrhunderten Saarbrücken mitprägt. Dafür gehen sie bald auf die Suche. Die jungen Leute wollen Menschen finden, die hierher kamen. Und sie wollen in Interviews die Wünsche und Träume der Einwanderer ihren Erfahrungen gegenüberstellen.
Die Runde auf dem Rasen klinkt sich an diesem Nachmittag mit Ideen und Elan in ein großes Geschichtsprojekt ein. Es heißt „Startpunkt – Zielpunkt – Saarbrücken“ und ist eines von vielen Vorhaben unter dem Dach des bundesweiten Programms „Vielfalt tut gut“.
Träger von „Startpunkt – Zielpunkt – Saarbrücken“ ist das katholische Dekanat Saarbrücken in Zusammenarbeit mit dem Zuwanderungs- und Integrationsbüro der Landeshauptstadt. Die jungen Leute sind bei ihrer Spurensuche nicht auf sich allein gestellt. Mehr als 20 Studenten der Universität aus den Fachbereichen Geographie und Historisch orientierte Kulturwissenschaften helfen ihnen ebenso wie der Projektleiter, Pastoralreferent Heiner Buchen, und die Projektbegleiterinnen, die Diplom-Theologin Heike Bulle und die angehende Kulturwissenschaftlerin Nil Berber. Die Studenten bauen das Projekt in ihr Studium ein.
Was soll es bringen? „Wir können mit dem, was wir hier vorhaben, viele Einblicke in die Saarbrücker Geschichte bekommen. Was wir machen, kann ein Gewinn für die Identitätsfindung der Stadt und ihrer Menschen werden“, sagt Nil Berber. Wenn die Arbeit getan ist, können die jungen Leute, die in Alt-Saarbrücken auf Spurensuche gehen, zeigen, wie viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen Spuren in Saarbrücken hinterließen. In Malstatt sind Messdiener an einem vergleichbaren Vorhaben beteiligt, – ähnlich wie in Alt-Saarbrücken – mit Hilfe von Studenten.
Aus dem neuen Wissen über die Spuren, die Einwanderer hinterlassen haben, könnten, so die Projektgruppe, Stadtrundgänge entstehen oder ein „Stadtplan der Migration“ werden. Aber noch steckt das Alt-Saarbrücker Team in der Startphase. Diese Woche folgt Schritt zwei. Bis zum nächsten Treffen überlegen die jungen Leute, wer für ein Interview über seine Erlebnisse als Zuwanderer in Frage kommt. „Das kann ein Gewinn für die Identitätsfindung der Stadt und ihrer Menschen werden.“
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